Das Weltreich der Deutschen

Produktion: Das Weltreich der Deutschen

Redaktion ZDF: Guido Knopp

Regie/Autor: Sebastian Dehnhardt

Kamera: Johannes Imdahl

Herstellungsleitung/

Produktionsleitung: Joerg Rudolf

Executive Produce: Nina Hetzer

Produzent: Leopold Hoesch/ Sebastian Dehnhardt

Production Management: POWER AND GLORY FILMS

Jahr 2009

 

 

Deutsch-Suedwest-Afrika

Die Spieldokumentation zeigt wie schon bald nach der Reichsgründung 1871 der alte Gedanke, die Auswanderung in nationale Bahnen, d.h. in eigene Kolonien zu lenken, wieder aufgenommen und durch kolonial-agitatorische Gesellschaften wie die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG) im Deutschen Reich verbreitet wird.

In Deutsch-Suedwest leben diese Auswanderer, Missionare, Schutztruppensoldaten und Händler, wie auch Else und Gustav Sonnenberg, eng mit ihren Herero-Angestellten zusammen.

Die Deutschen behandeln ihre Angestellten, der Zeit gemäß patriarchalisch. Sie belehren, erziehen und bestrafen sie. Reinlichkeit und gutes Benehmen, Pünktlichkeit und Höflichkeit, Beten und Arbeiten waren ihre erzieherischen Grundwerte. Aber die Deutschen sind auch brutal und zwingen die Einheimischen Land und Rinder zu verkaufen oder machen sich ihre Frauen gefuegig.

Die Auseinandersetzung der Deutschen und Hereros kulminiert in der Schlacht am Waterberg, eine der bis dato groessten Schlachten auf afrikanischem Boden

Aber es wird differenziert. Wir sehen, dass Else Sonnenberg anders ist. Sie sieht den einzelnen Menschen und beurteilt ihn nach ihren eigenen Erfahrungen.

 Sie hilft den Hereros (z.B. dem jungen Penaani Zaire), wo sie kann und versteht auch ihre Aengste, dass ihnen die Deutschen alles wegnehmen werden.

Ergaenzt wird der hisorische Rueckblick durch aktuelle Interviews mit den Nachkommen der historischen Figuren, wie etwa den Voigts Enkeln, oder auch einem Nachfahren des Penaani Zaire.

 

 

Deutsch-Ost-Afrika

Die Spieldokumentation “Deutsch-Ostafrika” geht aehnlich vor. Auch hier wird die schleichende Inbesitznahme eines Teils Afrikas durch deutsche Abenteurer und Hasardeure (wie etwa Carl Peters) mit der anschliessenden wenig begeisterten, aber desto konsequenter durchgefuehrten politischen Umsetzung durch politische Akteuere des Reiches in Spiel- und Dokumentarszenen vorgefuehrt.

Dieser Teil der dreiteiligen Serie ueber die deutsche Kolonien dokumentiert vor allem die schwierige Beziehungen von Einheimischen und deutschen Kolonialialherren, die von Anfang an gepraegt ist von Gewalt.

Da auch nach der Koloniewerdung die ersten Deutschen (vor allem Schutztruppler) - unter ihnen auch Magdalena und Tom von Prince – die ins Land kommen, es nicht anders machen (Pruegelstrafen sind an der Tagesordnung und auch private Hinrichtungen keine Seltenheit), waechst der Unmut und Widerstand der einheimischen Bevoelkerung.

Ostafrika bleibt bis zum Ersten Welkrieg deutsche Kolonie. Erst den Englaendern gelingt es die Deutschen am Ende des Ersten Weltkriegs nach langen verlustreichen Gefechten (besonders gegen Lettow-Vorbeck) aus Ostafrika zu vertreiben. In diesem Krieg stribt auch Tom von Prince, dessen persoenliches Schicksal den quasi privaten roten Faden dieser Doku ausmacht.

Ostafrika wird englische Kolonie und die Deutschen, wie der Film schlieszlich am Beispiel der Witwe Magdalena von Prince vorfuehrt, werden zwangsausgewiesen.